Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Glockenguss in Sinn bei Frankfurt

Glocken gießen - eine heiße Angelegenheit!

Freitag, den 04.09.2020, machten wir uns früh auf den Weg zu einem ganz besonderen Erlebnis in dem hessischen Örtchen Sinn. Wir, das waren Pfarrer Manntz, Frau Grandke, Frau Kober, Herr Flöter und ich. Wir fuhren zu der Glockengießerei Rincker, die sich seit 1590 in Familienbesitz befindet und anlässlich der 200 Jahr Feier der Schinkelkirche Großbeeren 3 neue Bronzeglocken für unsere Kirche gießen sollte. Mittels Losverfahren wurde entschieden, wer mitfahren durfte, da wegen Corona leider nur eine sehr begrenzte Anzahl von Teilnehmern an diesem Ereignis teilnehmen durften. Und ich war dabei!

Da standen wir nun am frühen Nachmittag in dieser Glockengießerei. Sehr heiß war es da und sehr laut. Die in einem großen Kessel befindliche Glockenbronze wurde mithilfe einer riesigen Flamme zum Glühen gebracht. Diese Bronze besteht aus einer Mischung von ca. 80% Kupfer und 20% Zinn. Die vorher in einem aufwendigem Verfahren hergestellten Glockenformen befanden sich in einer großen Grube, fest von Lehm umschlossen und konnten somit nur erahnt werden. Als die Bronze ihre Temperatur von ca. 1100 Grad erreicht hatte, erläuterte Herr Rincker die weitere Vorgehensweise und Pfarrer Manntz sprach ein kurzes Gebet. Dann strömte auch schon das flüssige Metall zu den Glockenformen. Es bahnte sich laut zischend und brodelnd in den Hohlräumen seinen Weg von Glocke zu Glocke. Sehr spannend war das Zusammenspiel der vielen Glockengießer, die in der Lehmgrube stehend ihre jeweilige Aufgabe ganz präzise ausgeführt haben. Da hat einfach jeder Handgriff gesessen. Insgesamt wurden 6 Glocken gegossen, 3 für Großbeeren, 2 für die Gemeinde in Kirchensittenbach und eine für eine Kirche in den Niederlanden. Nachdem der Glockenguss beendet war, erhielten wir noch Einblicke über die Herstellung einer Glockenform in Lehm, bei der sich manche Arbeitsschritte über Jahrhunderte nicht geändert haben. Alles in allen war es auf jeden Fall ein sehr bewegendes und beeindruckendes Ereignis. Anschließend besuchten wir noch das Glockenmuseum auf der Burg Greifenstein und beendeten den Abend mit einem leckeren Essen in kleiner geselliger Runde. Samstag machten wir uns nach dem Frühstück auf den Heimweg, von diesem besonderen Erlebnis aber werden wir sicher noch lange in Erinnerung schwelgen und wir sind sehr dankbar, dabei gewesen zu sein.

Petra Cremer

Letzte Änderung am: 18.09.2020