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Gedanken zur Monatslosung - von Doris Hennig

 „Christus spricht: Wachet!“ (Markus 13,37)

 

“Wachet!“ heißt: Nicht schlafen, aufpassen und beobachten. Was Jesus hier sagt, dreht sich um unser eigenes Ende und das Ende der Welt. Wollen wir uns damit befassen? Das Leben ist voll von Terminen und Ereignissen. Ich habe mein Leben im Griff und wenn das Ende der Welt nahen sollte, dann sage ich: Heute passt es gerade nicht, Jesus wir machen später einen Termin aus. Wachet! Das fühlt sich so anstrengend an: Immer bereit sein an jedem Tag des Lebens. So zu leben, als wäre es der letzte Tag kann ich das? Will ich das?

Jesus mahnt uns alle: Wachet! Es ist sicher, dass Jesus wiederkommen und dass unser irdisches Dasein ein Ende haben wird. Wann, das weiß niemand: Nicht Jesus, nicht die Engel, nur der, der Himmel und Erde geschaffen hat. Das ist gut so. Keiner kann den Termin ausrechnen, in den Sternen sehen oder vorhersagen. Alle Spekulationen sind überflüssig.

Wir sollen uns auf das Leben konzentrieren. Wach sein, gestalten, mitfühlen, aufbauen, trösten, lieben – in diesem Augenblick leben. Jesus will uns aufrütteln, nicht in eine Schockstarre vor dem Ende versetzen. Er will uns nicht um den Schlaf bringen und Pausen verbieten. Vielmehr geht es um ein Wachsein, die Erwartung von etwas Großartigem: Etwas, das wir auf keinen Fall verschlafen dürfen.

Manche sind vielleicht im Angesicht der eigenen Nöte oder der Unzulänglichkeiten der Welt müde in Hoffnungslosigkeit und Starre verfallen. Jesus will in uns die Erwartung der ewigen Freude wecken, wo es kein Leid und keine Tränen geben wird. Er hat mit seinem Leiden und Sterben für uns schon das Strafgericht vorweggenommen. Wir müssen nicht mehr in Angst vor dem Ende leben, sondern können im Glauben aktiv auf sein Kommen warten. Es passiert schon jetzt. Schon heute können wir seine Gegenwart spüren, wenn wir wach sind für unsere Umgebung und die Menschen, die uns begegnen.

Lassen wir uns auf das Wagnis ein JETZT!

Doris Hennig

Letzte Änderung am: 01.03.2020