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Gedanken zur Jahreslosung - Christian Manntz

„Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“  (Johannes 6,37)

Was für ein Jahr! Jenes, das hinter uns liegt, meine ich. Es begann mit Kontaktbeschränkungen. Zu Ostern aber zeichnete sich eine gesellschaftliche Auferstehung ab, vermittelt durch Impfstoff. Tatsächlich war der Sommer schön. Gut geimpft dachte ich schon, wir hätten es gleich überstanden, das Virus. Doch dann, mit dem Herbst, fing alles wieder von vorne an.

Das hat mich müde gemacht. Und bestimmt nicht nur mich. Viele sind müde, nehme ich an. Denn viele sind gereizt. Wenn ich gereizt bin, hat das oft mit Müdigkeit zu tun. Was mir dagegen hilft, ist ein Sofa. Und ein Stündchen Ruhe. Beides finde ich am ehesten zu Hause. Denn die Augen mache ich am liebsten da zu, wo ich mich geborgen fühle. Wenn ich dann zur Ruhe gekommen bin, werde ich gelassen…, oder sagen wir gelassener. Und im „Gelassensein“ steckt ja irgendwie auch „lassen“ drin. Da sind wir dann schon ganz dicht beimSeinlassen“. (Sind Sie beim Lesen schon müde geworden? Bitte halten Sie durch. Ich bin gleich da.) Ich glaube, wir müssen ganz dringend die anderen Menschen im Augenblick so „sein lassen“, wie sie sind. Denn die Pandemie ist wirklich kompliziert. Glaube ich.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Wir dürfen nicht alles „sein lassen“. Wir müssen auch nicht alles gutheißen, was andere sagen oder gar tun. Aber wir sollten, meiner Meinung nach, einander nicht zu nahe treten. Das macht aggressiv. Übrigens nicht nur beim Thema Corona. Es warten da ja durchaus noch andere Probleme auf uns. Ich sag nur: Klimawandel. Um die Probleme zu lösen, denke ich, helfen uns Gereiztheit und Aggression kein bisschen. Zumal es wohl als sicher gelten kann, dass auch die anderen Herausforderungen kompliziert sind. Einfache Antworten werden darum trügerisch bleiben. Es ist wichtig, dass wir auch in Zukunft immer wieder zur Ruhe kommen. Auch im Jahr 2022nach Christi Geburt.

Das ist das Jahr, das auf uns wartet. Und es wird nicht weniger schwierig. Gut zu wissen, wo ich ein Sofa finde, um auszuruhen. Ich und meine Seele. (Das habe ich oben aus Zeitgründen nicht erwähnt, aber innere Gelassenheit hat ganz viel mit der Seele zu tun.) Und was Ihre Seele betrifft, hat die Jahreslosung einen guten Tipp für Sie: Jesus Christus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Das kann ich bestätigen. Bei ihm findet meine Seele immer einen guten Platz und wenn nötig auch ein Sofa. Bei ihm kann sie beruhigt die Augen zumachen oder ich kann sie einfach baumeln lassen. Denn sie ist bei ihm zu Hause. Ihre übrigens auch. Das steht fest. Bei ihm ist jede Seele willkommen, jeder Mensch, zu jeder Zeit.

Ja. Das neue Jahr hat begonnen. Und wir machen unsere Pläne in der Familie, im Beruf und auch in der Kirchengemeinde. Es steht zu befürchten, dass die Pandemie viele davon durchkreuzen wird. Inzwischen aber wissen wir, dass wir unsere Kräfte besser einteilen müssen. Wir werden wohl auch hin und wieder einen Impftermin brauchen. Trotzdem können wir guter Dinge sein. Zum einen, weil 2022 sicher mehr möglich sein wird als 2021. Zum anderen, weil wir wissen, wo wir willkommen sind und unsere Seelen auch:Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Gut zu wissen, Gott.

 

Wir werden es uns merken. 

Letzte Änderung am: 01.01.2022