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Gedanken zur Monatslosung - Christian Manntz

„Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.   (Apostelgeschichte 17,27)

 

Manchmal spüren wir das aber nicht. Manchmal scheint Gott so weit weg, dass wir an ihm zweifeln. Oder er hat uns vergessen, denken wir. Warum sonst sind wir traurig, müde, hoffnungslos. Nein. Das stimmt nicht. Hoffnungslos sind wir nicht. Hoffnungsvergessen vielleicht. Deshalb ist es gut, sich zu erinnern. Paulus sagt das übrigens zu den Griechen, auf dem Marktplatz in Athen: Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Die Griechen hatten vom Vater Jesu Christi noch nie etwas gehört. Aber neugierig waren sie und haben darum den Apostel gebeten, ihnen von seinem Gott zu erzählen. Sein missionarischer Erfolg war eher gering. Aber das mit der Neugier sollten wir uns trotzdem merken. Wir sollten es mit dem Erinnern zusammenbringen und mit beidem dann in diesen Sommer gehen. Und wenn wir einen schönen Platz gefunden haben, in Skandinavien, am Mittelmeer, in unserem Garten oder im Wald nebenan, dann könnten wir uns hinsetzen, uns umsehen und uns neugierig erinnern. Daran, dass diese Welt unser Platz im Universum ist, wie Herbert Grönemeyer singt. Gottes Geschenk an uns. Wir können unser inneres Auge scharf stellen und das Leben entdecken, das überall webt und wirkt. Wir können neugierig in die Tiefe des Lebens schauen und uns klarmachen, dass wir ein Teil davon sind. Dass wir unseren Ort darin haben. Dass wir Verantwortung tragen und uns daran erfreuen dürfen. Auch indem wir sie gebrauchen, die Schöpfung, zu unserem Nutzen. Nur missbrauchen dürfen wir sie nicht. Weil Gott irgendwie in allensteckt. Oder zumindest mit allen zu tun hat. Und weil wir dann auch Gott missbrauchen würden, wenn wir die Schöpfung missbrauchen. Das sollten wir nicht tun. Besser, wir sehen sie uns an und erinnern uns neugierig. Dann sind wir vielleicht immer noch müde. Und womöglich ist auch die Traurigkeit nicht gleich verschwunden. Aber die Hoffnung fällt uns wieder ein. Und wir spüren, dass ER uns nicht fern ist. Keinem von uns.

 

Pfarrer Christan Manntz

Letzte Änderung am: 30.06.2021