Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Gedanken zur Monatslosung - Celine van der Hoofd

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel. (Haggai 1, 6) 

 

Säen, ernten, essen, trinken, ungestillte Bedürfnisse, wie passend ist doch dieser Monatsspruch für den Monat September. Die Coronapandemie hätte man im Mittelalter sicherlich als Geisel der Menschheit bezeichnet, doch sie hat in der vergangenen Zeit die Konsequenzen unseres Umgangs mit Gottes Schöpfung schonungslos offenbart. In diesem Vers wird alles angesprochen: die Agrarpolitik, die Sozialpolitik, die Wirtschaftspolitik. Aber nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch dort, wo Menschen unabhängig von politischen Entscheidungen handeln und agieren. Ja dort, wo es eigentlich umgekehrt ist: Wo Mensch und Wirtschaft Einfluss nehmen auf politische Entscheidungen, aber nicht zum Wohle von Menschen und Schöpfung. Wo früher der Bauer und der Arbeiter, der einen Garten hatte, um seine Familie ernähren zu können, ganz bewusst mit dem einzelnen Samen umgehen musste (ich liebe das Bild von Vincent van Gogh – der Sämann, weil es so eine Hingabe des Bauern zeigt und doch nichts beschönigt), fahren große Maschinen über die Äcker. Die Ernte wird ähnlich gehandhabt. Große Maschinen, die z.B. das Getreide ernten, das Korn direkt in einen Hänger blasen und meistens fällt dann am anderen Ende das Stroh schon fertig gepresst und eingewickelt auf das Feld. Und immer häufiger sieht man auf den Feldern dann große Rollen eingewickelt in Plastik liegen. Und das Getreide? Hier in unseren Breitengraden zum größten Teil nicht für den menschlichen Gebrauch angebaut, es genügt unseren Qualitätsansprüchen nicht, dann lieber als Tierfutter… Wir haben genug zu essen und wollen doch immer mehr Rindfleisch aus Argentinien usw. Gleichzeitig sind die Hygienevorschriften und Ansprüche schon so weit gediegen, dass wir lieber alles einzeln verpackt kaufen. Und am anderen Ende der Welt ersticken Mensch und Tier an dem angeschwemmten Plastikmüll.  

 

Letzte Änderung am: 31.08.2021